Fassgereifter Port

Im Fass gereifte Portweine (engl. wood ports) vollenden ihre Reife im kleinen Holzfass (engl. cask) oder großen Fuder (engl. vat). Diese Holzgebinde sind meist aus Eichenholz, jedoch nie neu, weil neue Fässer dem Port zu starke Holzaromen verleihen würden. Fassgereifte Portweine werden genussreif auf die Flaschen gefüllt. Weil sie im Fass in zwar nur minimalem, doch stetem Luftkontakt reifen, sind sie auch in der geöffneten Flasche über mehrere Wochen haltbar. Normalerweise werden die Flaschen fassgereifter Portweine mit Griffkorken ausgestattet, mit denen sich die Flasche leicht öffnen und wieder verschließen lässt. Fassgereifte Portweine müssen nicht dekantiert werden. Ihr natürliches Depot bleibt im Fass zurück, wenn sie geschönt und klar gefiltert auf die Flaschen gezogen werden. Allerdings können sehr kraftvolle und körperreiche fassgereifte Portweine ein feines Depot bilden, wenn sie über mehrere Jahre in der Flasche lagern. In der Praxis ist dies jedoch selten der Fall, da dieser Stil explizit für den sofortigen Genuss und nicht für ein langes Flaschenlager gefüllt wird.

Feitoria

Feitoria ist das portugiesische Wort für 'factory' im Sinne einer Vereinigung von Geschäftsleuten, die im Ausland Handel betreiben (vgl. Feitoria Inglesa). Zugleich bezeichnet der Begriff aber auch die höchste Stufe der Pombal’schen Klassifizierung der Weinberge für Portwein. Danach durften Weingüter mit feitoria-Status die höchsten Preise verlangen und ihre Weine im britischen Markt verkaufen. Die steinernen Stelen, mit denen man 1756 die Grenzen des Weinbaugebietes für Portwein markierte, nannte man marcos de feitoria.

Feitoria Inglesa, engl. British Factory House

Die Feitoria Inglesa ist Sitz der Vereinigung britischer Portweinhändler, wobei sich feitoria oder engl. factory hier in seiner ursprünglichen Bedeutung, als eine Vereinigung von Geschäftsleuten und Kommissionären (engl. factors) versteht, die im Ausland Handel betreiben. Das imposante neoklassizistische Gebäude aus dem Jahr 1790 liegt im historischen Geschäftsviertel der Stadt Porto. Die ‚factories’ waren im Wesentlichen Handelsdelegationen oder Außenstellen und wurden von ihren Mitgliedern oft als Club genutzt. Die Portugiesen hatten bereits im 15. Jahrhundert in Westafrika ihre erste feitoria errichtet. Weitere folgten in Westafrika, Indien, Malakka oder Antwerpen. Im 17. Jahrhundert gründeten die Briten ‚factory houses’ in Indien, die Holländer richteten sich in Fernost ein. Auch Europa hatte verschiedene ‚British Factory Houses’. Allein fünf gab es zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Portugal. Heute werden hier keine Geschäfte mehr abgewickelt, das Gebäude dient den Porthäusern in der Hauptsache zur Unterhaltung ihrer Gäste. 

Flaschengrößen

Die Grafik unten zeigt die wichtigsten Flaschengrößen für Vintage Port. Am gebräuchlichsten sind 0,75l-Eintelflaschen, halbe Flaschen und Magnums. Größere Flaschen sind eher selten. Die äußerst praktischen halben Flaschen sollten in keiner Vintage Port-Sammlung und auf keiner Weinkarte fehlen, denn sie haben die perfekte Größe für 2, 3 Personen, die im Restaurant oder zuhause einen frisch dekantierten Vintage Port genießen möchten. Magnum und Doppelmagnum, die zwei bzw. vier Eintelflaschen entsprechen, betrachten wiederum viele Sammler als beste Formate für ein langes Flaschenlager. Die acht Eintelflaschen fassende Imperial macht den Genuss von Vintage Port in großer Runde zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die beeindruckende Großflasche ist selten und wird besonders von Sammlern hochgeschätzt. Ältere Vintage Ports lassen sich auch in Haubenhennen, engl. tappit-hens finden, deren Volumen drei Eintelflaschen entspricht. Sie werden aber heute nicht mehr verkauft. 

Flaschenformat

Volumen

in Litern

in Flaschen

Eintelflasche

0,75

1

Halbe Flasche

0,375

½

Magnum

1,5

2

Haubenhenne

2,25

3

Doppelmagnum

3

4

Imperial

6

8

Flaschenkorken, Korkverschluss

Vintage Port, der viele Jahre in der Flasche reift, verlangt einen langen, hochwertigen Qualitätskorken, der die Flasche wirklich luftdicht verschließt. Dieser Korken wird tief in den Flaschenhals gepresst und kann nur mithilfe eines Korkenziehers entfernt werden. Damit der Korken nicht austrocknet und elastisch bleibt, wird Vintage Port stets liegend gelagert. Für den optimalen Genuss sollte man Vintage Port dekantieren und möglichst bald nach Öffnen der Flasche trinken. Insofern muss der Korken nicht wieder verschließbar sein. Anders verhält sich die Sache bei fassgereiften Portweinstilen, inklusive dem Late Bottled Vintage. Diese Portweine sind bereits bei der Flaschenabfüllung genussreif. Sie verlangen kein zusätzliches Flaschenlager, brauchen nicht dekantiert zu werden und bleiben nach dem Öffnen der Flasche einige Wochen frisch. Der Korkverschluss für die fassgereiften Stile ist daher üblicherweise ein Griffkorken, mit dem sich die Flasche leicht öffnen und wiederverschließen lässt. 

Taylor's - Barris
Taylor's - Barris