Declaration
Beurteilt ein Porthaus einen Jahrgang als außergewöhnlich und versprechen die Weine dieses Jahrgangs ein außergewöhnliches Reifepotenzial, so kann es diesen Jahrgang ‚deklarieren’. Mit anderen Worten: Das Haus gibt bekannt, dass es einen klassischen Vintage Port in den Handel bringen wird. Jedes Porthaus entscheidet selbst, ob oder nicht es einen Vintage Port deklarieren möchte. Die Entscheidung fällt im zweiten Frühling nach der Lese. Nach zwei Wintern im Fass kann das Verkostungsgremium das Potenzial der Weine ziemlich exakt bewerten. Taylor's macht seine Declaration traditionell am 23. April, dem St. Georg-Tag. Im Schnitt deklarieren Spitzenportweinhäuser etwa drei Vintage Ports pro Jahrzehnt. Im letzten Jahrzehnt allerdings meinte es die Natur außergewöhnlich gut: mit 2000, 2003, 2007 und 2009 konnten die Porthäuser gleich vier große Jahrgänge deklarieren. Die jüngste Declaration war 2011. Meist deklarieren die großen Häuser dieselben Jahre.
Dekantieren
Dekantieren nennt man das Umfüllen eines Weines aus der Flasche in ein anderes Gefäß (Dekanter, Karaffe, Krug...). Generell dekantiert man einen Wein, damit sein natürliches Depot (Trübteilchen, Weinstein oder ähnliches) beim Einschenken nicht ins Glas gelangt. Das Dekantieren dient zugleich der Belüftung von Weinen, die über viele Jahre in der Flasche gelagert wurden. Im Kontakt mit der Luft öffnen sie ihre feinen vielschichtigen Aromen und verströmen ihren ausdrucksvollen Duft. Last, but not least kommt der Wein in einer Karaffe besonders schön zur Geltung und lässt mit seiner perfekt in Szene gesetzten tiefen Farbe auch das Auge auf seine Kosten kommen.Dekantieren ist nicht schwer. Der Wein sollte nur möglichst langsam und gleichmäßig von der Flasche in die Karaffe gegossen und die Flasche möglichst ruhig gehalten werden, um ein Aufwirbeln des Depots zu vermeiden. Besondere Geräte braucht man nicht. Ein kleiner Filter oder Trichter mit Siebvorrichtung ist allerdings durchaus hilfreich, wenn die Flasche stark bewegt wurde und Depot im Wein treibt. Im Fass gereifte Portweine müssen selten dekantiert werden. Ihr Depot verbleibt bei der Flaschenabfüllung im Fass und sie werden im Allgemeinen geschönt und klar gefiltert, sodass sie sofort ausgeschenkt werden können. Die kraftvollen und stark konzentrierten Vintags Ports hingegen werden nicht gefiltert und bilden während ihrer langen Reife in der Flasche immer ein mehr oder weniger starkes Depot. Deshalb sollte Vintage Port auch immer dekantiert werden.
Depot
Im Laufe der Zeit, manchmal auch durch plötzliche oder länger anhaltende Kälte, kann sich am Flaschenboden ein Depot bilden. Es besteht aus natürlichen Trübteilchen, die ausfällen und sich als dunkles, auch ‚crust’ genanntes Sediment am Boden absetzen. Mit der Zeit wird dieses Depot kompakter und kann auch an der Innenwand der Flasche erscheinen. Durchsichtige Trübteilchen, die wie winzige Flöckchen im Wein schwimmen, nennt man im Englischen beeswing, dt. Bienenflügel. Das Depot kann auch durchsichtige Kristalle, den sogenannten Weinstein aus schwer löslichen Kalium- und Kalziumsalzen der Weinsäure enthalten. Dieses Depot ist vollkommen natürlich und harmlos, weil es ausschließlich aus den natürlichen Substanzen der Trauben stammt. Im Grunde ist das Depot sogar ein Qualitätsmerkmal, das Körper und Konzentration des Weines anzeigt. Nur im Glas mag man gern darauf verzichten. Flaschen mit fassgereiftem Portwein enthalten nur selten Depot, z.B. wenn man sie nach ihrer Abfüllung über viele Jahre in der Flasche lagert. Generell bleiben jedoch alle Kristalle und Trübteilchen, die der Wein während der Reife bildet, bei der Flaschenabfüllung im Fass zurück. Zudem werden diese Stile meist vor ihrer Flaschenabfüllung geschönt und klar gefiltert und müssen daher nicht dekantiert werden. Die kraftvollen und stark konzentrierten Vintags Ports hingegen sollten immer dekantiert werden. Sie werden nicht gefiltert und bilden während ihrer langen Reife in der Flasche immer ein mehr oder weniger starkes Depot.
Doppelmagnum
siehe 'Flaschengrößen'
Douro bake
’Douro bake’ nennt man verbrannte oder gebackene Noten mancher Portweine, die im trockenheißen Dourotal, statt im feuchtkühlen Küstenklima von Vila Nova de Gaia gereift wurden. Er entsteht durch die beschleunigte und/oder stärkere Oxidation bei heißen Temperaturen und kann die aromatische Vielfalt des Weines mit einem unschönen rauen, leicht rustikalen Charakter überlagern. Manchmal wird dieser auch von einer hohen flüchtigen Säure und starken nussigen Aromen begleitet. Nicht jeder ‚Douro bake’ ist automatisch unattraktiv, einige im Dourotal gereifte Portweine können umwerfend sein. Generell gilt ‚Douro bake’ allerdings als ein Weinfehler. Da es in Zeiten moderner Gebäude- und Klimatechnik aber nicht mehr problematisch ist, Portweine auch über lange Zeit am Douro zu lagern, kommt ‚Douro bake’ immer seltener vor.
Douro geschütztes Herkunftsgebiet
Das geschützte Herkunftsgebiet Douro bezeichnet das Dourotal im Nordosten Portugals, in dem die Weinberge für den Portwein liegen. Nur Weine, die aus diesem Gebiet stammen dürfen Portwein genannt werden. Das Gebiet wurde im Jahr 1756 von Marquês de Pombal offiziell festgelegt. Nach Öffnung der Valeira-Schlucht für den Schiffsverkehr, gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden die ursprünglichen Gebietsgrenzen nach Osten erweitert. Heute umfasst das Herkunftsgebiet eine Gesamtfläche von 250.000 Hektar, von denen 46.000 mit Reben bepflanzt sind. Rund 33.000 Winzer besitzen Rebland im geschützten Herkunftsgebiet. Siehe auch: ’Marcos de Feitoria’ und 'Untergebiete'
Douro Superior
siehe 'Untergebiete'
Dry White Port
Dry White Port ist ein trockener weißer Portwein, den man aus traditionellen weißen Rebsorten wie Malvasia Fina, Gouveio, Viosinho, Folgasão, Rabigato und Esgana-Cão bereitet. Um einen trockenen Stil zu erhalten, lässt man den Wein länger gären, sodass sich ein Großteil des natürlichen Traubenzuckers in Alkohol umwandelt, bevor man den Wein verstärkt. Ein typischer trockener White Port enthält etwa ein Drittel der Restsüße eines ‚normal’ hergestellten Portweines. Mit Chip Dry war Taylor’s 1934 das erste Portweinhaus, das einen trockenen White Port in den Handel brachte. Trockene White Ports werden meist gut gekühlt zum Aperitif getrunken, solo oder als frischer Sommerdrink mit Tonicwater.


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