Back Hander
Bei Tisch wird Portwein traditionell im Uhrzeigersinn weitergereicht. Damit hat jeder Gelegenheit, sich zu bedienen. Schenkt nun jemand auch seinem Nachbarn zur Rechten, also rückwärts, ein Glas ein, nennt man dies einen 'back hander'.
Baga de Sabugueiro
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stieg die Nachfrage nach Portwein rasant an. Allerdings beflügelte der florierende Handel auch Spekulation und Betrug. Manche Händler gaben ihren Weinen Holunderbeeren (portugiesisch baga de sabugueiro) zu, um ihnen eine besonders kräftige Farbe und damit den Anschein höherer Qualität zu verleihen. Im Jahr 1756 schritt Portugals Erster Minister Marquês de Pombal ein. Er verbot nicht nur die Zugabe von Holunderbeeren zum Wein, sondern bereits das Pflanzen von Holunderbeersträuchern in der Nähe der Weinberge. Alternativ wurden farbintensive Rebsorten wie die Sousão eingeführt.
Baixo Corgo
Siehe 'Untergebiete'
Barco Rabelo
Lange Zeit wurden die Portweine aus den Weinbergen am Oberen Douro über den Fluss hinunter in die Portwein-Lodges an der Küste gebracht. Die Boote, die man dazu nutzte, hießen barcos rabelos. Bevor im 20. Jahrhundert eine Reihe von Dämmen gebaut wurden, hatte der Douro eine starke Strömung. Ruhigere Flussabschnitte wechselten mit gefährlichen Untiefen, Stromschnellen und Engstellen zwischen glatten Felsen. Um unter diesen Bedingungen navigieren zu können, besaßen die barcos rabelos einen flachen Schiffsbauch und ein langes Steuerruder. Es wurde von einer erhöhten Plattform aus bedient, damit die Crew die notwendigen sehr präzisen Manöver durchführen konnte, um Stromschnellen und Untiefen zu überwinden. Zusätzlich waren die Boote mit einem breiten Segel ausgestattet, das den Rückweg flussaufwärts erleichtern sollte. In Abschnitten mit besonders starker Strömung mussten die rabelos von Ochsen auf dem Treidelpfad gezogen werden. Die hochqualifizierten, mutigen Bootsleute auf den barcos rabelos bildeten eng zusammengeschweißte Gemeinschaften mit eigenen Sitten und Gebräuchen.Im 18. Jahrhundert beförderten einige barcos rabelos bis zu 100 Fässer Wein. 1779 wurde die Ladung per Gesetz auf maximal 70 Fässer beschränkt, im 20. Jahrhundert transportierten die größten rabelos im Einsatz nicht mehr als 50. Die letzte Dienstfahrt einer barco rabelo soll 1964 gewesen sein.
Beeswing
Während ein Vintage Port reift bildet sich in der Flasche ein natürliches Depot, im Englischen ‚crust’ genannt. Dieses Depot besteht überwiegend aus den natürlichen, dunkel gefärbten Trübteilchen des Weines, die sich nach und nach am Boden absetzen. Einige dieser Partikel können aber auch als feine durchsichtige Flöckchen im Wein treiben und erinnern poetische Genießer an ‚Bienenflügel’.
Benefício
Benefício nennt man die in einem Jahr maximal zulässige Gesamtmenge Most oder Traubensaft für die Portweinbereitung. Anhand dieses festgelegten Gesamtvolumens erkennen die Behörden nun jedem Weinberg sein individuelles benefício zu. Ausschließlich klassifizierte und zur Portweinbereitung zugelassene Weinberge erhalten ein benefício, das sich am Grad ihrer Klassifizierung von 'A' (höchste Stufe) bis 'F' (niedrigste Stufe) orientiert: je höher der Weinberg eingestuft ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass man ihm einen großen Anteil der erlaubten Produktionsmenge zuteilt. Produktionsüberschüsse werden zu Tischwein vinifiziert.
Bin
In der Weinwelt bezeichnet das bin ein Kellerabteil oder Kellerfach, ein binned Wein ist ein Wein, der im Keller gelagert wurde.
Bio-Portwein
Der erste Portwein aus 100 Prozent biologisch angebauten Trauben war Fonsecas ‚Terra Prima’ (in den USA ‚Terra Bella’). Um als Portwein das Bio-Zertifikat zu erhalten, müssen sowohl der Wein als auch das Weindestillat, mit dem der verstärkt wurde, aus biologisch angebauten Trauben erzeugt sein. Fonsecas Bio-Portwein ist zertifiziert nach Ecocert, der europäischen Organisation zur Bio-Zertifizierung.
Bishop of Norwich
Üblicherweise wird Portwein bei Tisch im Uhrzeigersinn weitergegeben. Denn so hat jeder Gelegenheit, sich ein Glas einzuschenken. Der Uhrzeigersinn als Richtung wurde gewählt, weil die meisten Menschen Rechtshänder sind – oder es zur Zeit der Entstehung der Tradition waren. Vergisst eine Person, den Wein weiterzureichen, wird sie mit der Frage „Kennst du den Bischof von Norwich?" humorvoll daran erinnert. Urheber dieser Frage soll Henry Bathurst, Bischof von Norwich 1805 bis 1837, gewesen sein. Bathurst wurde 93. Mit den Jahren ließ seine Sehkraft nach und er pflegte nach dem Essen am Tisch einzuschlafen. Deshalb versäumte er zunehmend, die Portweinkaraffen weiterzugeben, die sich nun zu seiner Rechten stauten. Andere behaupten, die Sitte habe ihren Ursprung in John Sheepshanks, Bischof von Norwich 1893 bis 1910. Obwohl Bischof Bathurst als die plausiblere Quelle der Tradition erscheint, tat Bischof Sheepshanks ganz offensichtlich sein Bestes, sie fortdauern zu lassen.
Blending
Blending ist die Kunst, verschiedene Weine so zu miteinander zu vermählen, dass dieser Verschnitt oder Blend noch harmonischer, vielschichtiger und attraktiver ist als seine einzelnen Komponenten. Weine werden verschnitten, um einen immer gleichen und wieder erkennbaren Stil zu erzielen oder um einen Wein harmonisch zu vollenden. Bei der Portweinbereitung ist der Verschnitt ein äußerst wichtiger Prozess, der höchste Kompetenz, Fingerspitzengefühl und Erfahrung verlangt.


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